Das Erscheinen des Wesenskernspiels jährt sich heute am 15. August – ein guter Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen.
Inzwischen ist die erste Auflage von über 80 Spielen ausverkauft. Die nächste und noch attraktivere Auflage erscheint um den 25. August 2014.

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Werdegang einer Spielidee

Die Spielidee ist inspiriert durch den Ansatz von Frithjof Bergmann, der vor ungefähr dreißig Jahren den Ansatz Neue Arbeit – Neue Kultur entwickelte.

Auf dem Evangelischen Kirchentag 2007 in Köln hörten mein Mann und ich zum ersten Mal einen Vortrag von Bergmann und waren elektrisiert. Hier leuchtete eine authentisch erscheinende Perspektive für eine gerechtere Arbeitswelt auf: Moderne Technologien zu nutzen, um das eigene Leben wirtschaftlich unabhängiger und attraktiver zu gestalten – und die daraus resultierende freie Zeit um zu klären, was man wirklich wirklich will. Um fröhlicher zu leben und am dem eigenem Tun Freude zu haben. Arbeit, die mit Kraft und Energie erfüllt und bereichert – sich selbst und andere Menschen.
Schnell merkte ich, dass die Arbeit mit dem wirklich wirklich wollen das ist, was ich wirklich wirklich will.
Zunächst fragte mich, wie so viele, die von diesem Ansatz inspirieren ließen: wie geht das eigentlich? Wie finde ich heraus, was ich wirklich will?
Diese Frage legte den Grundstein für das Wesenskernspiel. Aber es dauerte noch drei Jahre, bis ich die Spielidee formulieren konnte.
Auslösender Faktor war am Ende eine Zusammenschau all des Wissens, dass ich über mich als Mensch im Laufe der Jahre sammelte, sowie Fach- und Methodenwissen zu dieser Thematik (Barbara Sher, Richard Bolles, Thomas Diener). Im August 2010 kam es zu diesem besonderen Moment, der sich nicht planen lässt: die Spielidee zum Wesenskernspiel war geboren. Es folgte ein wochenlanger Flow, in dem das Spiel Stück für Stück Gestalt annahm. Wesentlich daran war der Gedanke, dass es einen leichten Zugang gewähren und Freude machen sollte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich über einen längeren Zeitraum mit Hartz V – Empfänger*innen gearbeitet und darauf geachtet, dass das Material und die Methoden, sich für diese Zielgruppe eigneten. In der Regel habe ich sie angepasst.
Die Idee reifte in den folgenden Wochen. Ich entwickelte das Spielfeld, und die Karten. Mit Monika Heimann schuf ich gemeinsam die grüne Figur. Als nächstes probierte ich den Prototyp des Wesenskernspiel mit mehreren Personen aus und startete damit 2011 im Coaching.
Da das Wesenskernspiel ein Grundlagenspiel für die Frage nach dem wirklich wirklich wollen ist, entwickelte ich parallel eine Methode für die Visionsentwicklung. Hier geht es um die Frage: wenn ich weiß, was ich von Herzen gerne mache und was mich wirklich motiviert, was muss und kann ich tun, um das in einen beruflichen Kontext umzusetzen?

Von der Verlagssuche bis zur Marktreife

In den Folgemonaten machte ich viele positive Erfahrungen mit dem Spiel. So ermutigt, reifte die Idee mir einen Verlag zu suchen, um das Spiel in den Markt zu bringen.
Im November 2011 fing ich zu recherchieren an und startete eine Suchanfrage in Facebook, in der (offenen) Gruppe New Work, New Culture. Sehr schnell bekam ich einen Hinweis auf den Verlag Flow_ Zone, mit dem sich eine unkomplizierte Zusammenarbeit ergab. Das besonders erfreuliche an diesem Verlag war deren direkte Verbindung zu der Neuen Arbeit.
Früh entschieden wir uns das Spiel mit Hilfe eines Crowdfunding zu finanzieren. Das hatte den Vorteil, viele Menschen gleichzeitig auf dieses Spiel aufmerksam zu machen.
Eine Vielzahl von Aktivitäten folgte: Entwicklung eines Grafikdesigns (www.klip.de), einer Homepage (www.wesenskernspiel.de), Wahl der Plattform für das Crowdfunding (www.startnext.de); Bild- und Videomaterial erstellen; Spielanleitung für den Druck fertig machen, Suche nach einer geeigneten Druckerei (www.copy-druck.de), etc.

Dieser Prozess bis zum Erscheinen des Wesenskernspiels zog sich über 1,5 Jahre.

Besonders aufregend war die Zeit während des Crowdfunding. Wie kommt mein Spiel an, werde ich genügend Fans finden, um in die Finanzierungsphase zu kommen, wird die Finanzierung erfolgreich? Meine Erfahrungen und Tipps rund um dieses Thema finden sich hier: https://frei-raeume.info/crowdfunding-als-alternative-finanzierung-fur-kreative-projekte

Das Wesenskernspiel benötigte zwei Anläufe, um erfolgreich finanziert zu werden. Die Fundingsumme des ersten Projektes wurde nicht erreicht. Das lag an der teilweise wenig internetaffinen und finanzschwachen Zielgruppe. Einige Pressetermine fanden nicht wie geplant statt und Termine mit großen Unternehmen, die im Vorfeld verabredet waren (und die als Sponsoren für größere Summen gedacht waren), platzten – aus firmeninternen Gründen.
Die Lerneffekte aus dem ersten gescheiterten Vorhaben mündeten in einen zweiten angepassten Versuch http://www.startnext.de/wekespiel. Wir reduzierten Fundingsumme und Auflage. Feste Zusagen von Sponsoren und die Mobilisierung der alten Supporter/innen ermöglichten den Erfolg und sogar eine Überfinanzierung des Projektes.

Erfahrungen mit dem Wesenskernspiel
Am 15. August 2013 bekam ich die Wesenskernspiele geliefert – ein besonderer Moment!
Es gab zwölf vorbestellte und einunddreißig Spiele für Unterstützer*innen von Startnext, die ich versandt habe. Sehr erfreulich erwies sich, dass mein intensives Netzwerken (Social Media, Präsentationen) dazu führte, dass das Wesenskernspiel immer bekannter wurde und weitere Bestellungen eingingen und eingehen. Aus der BRD (quer durch die Republik), der Schweiz, Österreich und Italien.
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Wer sind die Kund*innen?
Im Rahmen meines Coachingangebotes (Frei-Räume) habe ich das Wesenskernspiel inzwischen mit 54 Menschen gespielt: 41 Frauen und 13 Männer; im Alter von 17 Jahren bis 75 Jahren. Die meisten Spieler*innen befinden sich in der Altersspanne zwischen 40 und 55 Jahren. Jedes Spiel ist anders, so wie jeder Mensch. Es ist für mich faszinierend, einen einzigartigen Blick in die jeweilige Individualität der Spieler*innen zu erhalten. Es berührt mich jedes Mal, das Besondere eines Menschen zu erfassen und stimmige Worte für die innere Motivation zu finden.
Viele spielen das Spiel, um einen anderen, wertschätzenden Blick auf ihr Leben zu bekommen und sich somit besser kennen zu lernen. Wenige sind es, die das Spiel als Grundlage für die Visionsentwicklung oder Potenzialentwicklung nehmen, was unterschiedliche Gründe hat.

Mein großer Traum ist, dass immer mehr Menschen sich so wertschätzend sehen lernen und das Wesenskernspiel als Basis für weitere Entscheidungen nutzen – und da ist eine Spieldauer von drei Stunden eine vergleichsweise kleine Investition.