Online durchstarten – ohne Menschen – (Netzwerke) geht es nicht

– Jahresrückblick Teil I von IV –

Im Januar entschied ich mich zu einem Coaching, um einige Altlasten aus meiner Familiengeschichte zu bearbeiten. Über die Jahre der Aufarbeitung meiner Traumageschichte merkte ich, dass bestimmte Themen mir wie treue Hunde folgten und sich nicht abschütteln ließen.

Ein Bekannter empfahl mir tiefer in die Geschichten meiner Vorfahr:innen einzusteigen. Einige kennen die Thematik von der Arbeit mit Genogrammen oder der Aufstellungsarbeit im Rahmen von Coaching oder Therapie. Andere kennen Bücher, die zu Kriegskindern und -enkeln erschienen sind. In ihnen wird thematisiert, welche Lasten nachkommende Generationen unbewusst mit sich herum schleppen können.

Der Ansatz vom Hanseatischen Institut, für den ich mich entschied, geht weiter zurück in die Vergangenheit, als in die letzten 3-4 Generationen. Er nimmt Altlasten in den Blick, die über Generationen weitergegeben wurden und löst sie auf.

Ohne diese Aufarbeitung, die zunächst vor Ort, später online geschah, wäre vieles im vergangenen Jahr nicht möglich gewesen. Mein Lebensgefühl änderte sich grundlegend. Viele Ängste verschwanden, die z. B. mit dem Sich zeigen zusammenhingen. Zudem lernte ich die Methode gewinnbringend für mich selbst anzuwenden. Die Skepsis, die ich anfänglich fühlte, löste sich vollständig auf und ich bin froh, dass ich diese Arbeit kennenlernte.

 

Working Out Loud (WOL)

Ende Januar nahm ich an einem WOL-Meetup teil. Nachdem ein erster Versuch  im Dezember 2019 online gescheitert war, wollte ich dem Ganzen noch einmal eine Chance geben. Die Community kannte ich über Twitter, einige Personen bereits  persönlich.

Neben einer tollen Einführung (danke an Maret und Leonid), bildet sich aus uns Neulingen eine Gruppe von sechs Personen. Der Draht untereinander war sofort da und der Circle gebildet. Zu Beginn trafen wir uns dreimal offline, was für das Teambuilding hilfreich war. Der WOL-Circle endete im Mai, seitdem treffen wir uns weiter monatlich  und tauschen uns aus, online oder offline. Was mich faszinierte: In der Regel spricht man bei offline Treffen meist mit einer oder zwei Personen, die direkt neben einem sitzen. In unserer Konstellation diskutierten wir kalle gemeinsam zu etlichen Themen.

Inhaltlich nahm ich von WOL nicht viel mit.  Seit vierzig Jahren beschäftige ich mit Persönlichkeitsentwicklung und kenne viele Methoden. Wichtiger für mich war und ist die Gemeinschaft, der offene und ehrliche Umgang miteinander. Mich fremden Menschen mit meiner Geschichte zu zeigen und selbstverständlicher Teil einer Gemeinschaft zu sein, machte diesen Circle zu etwas Besonderem in diesem Jahr.

Durch Mitglieder dieses Circles bekam ich wertvolle Unterstützung, um das Wesenskernspiel online anzubieten. Ein wichtiger Schritt, begleitet mich doch seit mehreren Jahren der Traum, meinen Wesenskernansatz, bzw. speziell das Wesenskernspiel als Browserapp anzubieten. Conceptboard bot die notwendigen Voraussetzungen, z. B. einen in Deutschland stehenden Server. Weitere Boards lassen sich zusätzlich für das Online Coaching wunderbar einsetzen.

 

Ein erstes Webinar

Im Februar erhalte ich eine ungewöhnliche Anfrage für ein Seminar von Anja Taubner aus der Nordkirche. Wir lernten uns in meiner Anfangszeit in Hannover kennen und sie wusste von meinem Interesse und Engagement zu feministischen Themen. Das Seminar ließ sich nicht in Präsenz durchführen und so bekam ich die Möglichkeit ein erstes Webinar zu kreieren. Titel: „Das Patriarchat ist zu Ende – Perspektiven und Strategien jenseits des Mainstreaming”. Das Webinar fand im Juni statt und ergab einen Folgeauftrag für eine weitere Einrichtung in Hannover in 2021.

 

Raketinnen-Netzwerktreffen

Ein weiteres Highlight war das erste Raketinnen Netzwerktreffen, dass Carolin Peinecke ins Leben rief und kongenial mit Alexandra Perl weiterentwickelte. Der Startschuss fiel im Juli, erfahren habe ich von dem Angebot auf Twitter.

Selbstbeschreibung der Raketinnen auf LinkedIn: „Die Raketinnen-Initiative verbindet Menschen, um das Zuhören, Verstehen und den Perspektivwechsel in unserer Gesellschaft zu fördern.“

Überrascht und bereichert erlebte ich, welche „Nähe“ sich online herstellen lässt. Dieses Netzwerktreffen bot in seinen Breakout-Sessions eine weitere Chance mich zu öffnen und mich in meinen verschiedenen Facetten zu zeigen. Weiterer Bonus, ich lernte eine ganze Reihe von Twitterkontakten persönlich kennen. Ich freue mich sehr auf weitere Treffen in 2021!

 

Im nächsten Beitrag geht es um: Im Hintergrund wird gewerkelt – was das mit sichtbar werden zu tun hat.